Von Carl Sternheim
23.11.2017
Hessisches Staatstheater Wiesbaden
Regie und Kostüme
Mit Llewellyn Reichmann, Kruna Savic,
Christina Tzatzaraki, Atef Vogel,
Tobias Lutze, Paul Simon,
Benjamin Krämer-Jenster
Bühne: Mathias Schaller
Dramaturgie: Wolfgang Behrens
Theobald Maske (Atef Vogel), seine Frau Luise (Llewellyn Reichmann) sowie die beiden an Luise interessierten Untermieter Scarron (ebenfalls Tobias Lutze) und Mandelstam (Paul Simon) tragen farblich höchst gewagte Klamotten, von denen die älteren Zuschauer schmerzlich ahnen, dass sie derlei vor dreißig Jahren selbst trugen. Trotz oder gerade wegen dieser Peinlichkeit hat der erste Teil des Abends wirklich Pep, werden die geldgeile Doppelmoral Maskes, die unverhüllte Lüsternheit der Untermieter, die laszive Bereitwilligkeit Luises mit grellen Pinselstrichen temporeich serviert. Durchgehend großartig ist die Sprachbe-handlung. Die Schauspieler spucken diesen ausufernden Nominalstil, der alles mit falscher Bedeutsamkeit aufzuladen sucht, wie selbstverständlich aus [...].
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Matthias Bischoff, 30.11.2017